Zeig mir Deinen Schreibtisch und ich sage Dir, wer Du bist

Mann im Wald am Schreibtisch

Im Büroalltag begegnet man manchem kuriosen Charakter. Unterscheiden lassen sich die “Bürotypen” gut anhand ihres Schreibtischs. Wir stellen die wichtigsten Typen vor.

Der Ordnungsfanatiker: Alles hat seinen Platz

Hier ist alles in Ordnung – immer. Dieser Schreibtischtyp liebt es aufgeräumt – und hasst es, wenn etwas nicht immer an seinem Platz ist. Der gemeine Ordnungsfanantiker an sich arbeitet zudem sehr effizient. Dabei kann er leider schwer mehrere Sachen gleichzeitig abarbeiten, er ist also nicht besonders multitaskingfähig. Bei den meisten seiner Arbeitskollegen ist er sehr beliebt, weil er immer alles parat hat, immer weiß, wo was zu finden ist. Hier gibt es immer Nachschub an Heftklammern oder auch mal einen Spitzer. Andere Mitarbeiter finden den Ordnungsfanatiker dagegen ein wenig spröde, mitunter sogar langweilig. Leider kommt dieser Schreibtischtyp nicht so wirklich aus sich heraus: Emotionen freien Lauf zu lassen, ist nicht so seid Ding. Also nicht der Typ für die lustige Weihnachtsfeier, sondern eher der für Zahlen, Fakten und Bonität.

Der Chaotiker

Ganz im Gegensatz zum Ordnungsfanantiker ist auf dem Schreibtisch des Chaotikers nie etwas am gleichen Platz. Da steht der Locher mal neben dem Bildschirm, mal ist er in der Schublade unten links oder irgendwo zwischen Mousepad und Papierstapel zu finden. Apropos Papier: Davon gibt es bei diesem Schreibtischtypen viele, man könnte sagen zu viele – und, kein Zettel ist gleich beschriftet oder gar zusammengeheftet. Darüber hinaus werden alle Dokumente nur dann sortiert und – mit etwas Glück – auch abgeheftet, wenn auch wirklich der letzte Quadratmillimeter der Arbeitsfläche vollkommen ausgenutzt ist. Wer mit einem solch chaotischen Schreibtischkollegen ein Bürozimmer teilt, der weiß auch von gelegentlichen Jubelschreien oder Wutausbrüchen zu berichten – außerdem sollte man für so einen Kollegen immer eine Packung Taschentücher dabei haben – Tränen können hier auch mal fließen. Eine der herausragenden Eigenschaften des Chaotikers ist seine Kreativität: So ist er in der Lage, in der scheinbar ausweglosesten Situation eine gute Lösung parat zu haben. Schon so mancher dieser Zeitgenossen soll so das Unternehmen vor dem sicheren Ruin gerettet haben. Außerdem haben Chaotiker immer einen lockeren Spruch auf den Lippen – das macht ihn besonders bei Kollegen des anderen Geschlechts beliebt.

Der Komiker

Bunte Tassen mit lustigen Sprüchen, der Rand des Bildschirms ist mit Postkarten und Post-Its beklebt – natürlich mit buntem Tesafilm – und nicht zu vergessen: viele Stofftiere und Püppchen. Der Komiker ist immer zu Späßen aufgelegt, unterhält sich und andere gern. Arbeit ist für ihn einfach nur die schönste Nebensache der Welt, frei nach dem Motto: Pflicht muss sein, der Spaß darf dabei aber nicht zu kurz kommen. Daher findet man den Komiker auch gern bei dem ein oder anderen Plausch am Kaffeeautomaten. Arbeitgeber mögen diese Spezies dennoch ganz gern, denn sie helfen, das Arbeitsklima ausgewogen gut zu halten, und das, obgleich sie nicht so viel erledigen können. Daher bekommen Komiker eher weniger verantwortungsvolle Aufgaben übertragen. Und, natürlich könnte der Output am Ende des Arbeitstages besser sein, aber hey, immerhin ist er besser als beim Chaoten.

Der Familientyp

Bilder der Kinder – gern auch von Haustieren – zieren den, recht ordentlichen Schreibtisch des Familientypten. Im Grunde ist er beliebter bei Vorgesetzten als der Komiker, jedoch hat er einen entscheidenden Nachteil: Seine Familie. Elendig lange Handygespräche, das Schreiben von SMS während der Arbeit, hat hier manchmal Vorrang vor der Arbeit. Wenn wir mal ehrlich sind, ist es ja auch wichtig, was noch eingekauft werden muss und wer wann zum Schulfest der Kinder gehen kann. Dennoch: Dieser Schreibtischtyp ist gut fürs Betriebsklima. Außerdem freut sich doch jeder Kollege über die restlichen Stücke Kuchen vom Kindergeburtstag oder dem des Großonkels von der letzten – ach so netten – Familiengroßfeier.

Designer-Schreibtisch

Designer-Kaffeetasse auf Untertasse, eine Dose Bonbons für den frischen Atem und ein großer Kalender mit unheimlich vielen Terminen drin: So sieht der Schreibtisch des modebewussten Büromitarbeiters aus. Hinter seinem Schreibtisch hängen Plakate von Kunstgalerien, seine Büromöbel sind in zurückhaltendem anthrazit gehalten, die Blumen auf der Fensterbank immer gut gepflegt. Oft haben diese Schreibtischtypen Funktionen von Strategen inne: Zu Recht, denn der ordentliche Schreibtisch und seine funktionale Ausstrahlung ist prädestiniert für eine Führungsrolle. Fürs gemeinsame Mitarbeiter-Dauerlaufen ist diese Schreibtischspezies allerdings nicht zu gebrauchen.

Na, wiedererkannt? Oder haben wir einen wichtigen Schreibtischtypen vergessen?

Foto: © Rawpixel – shutterstock.com


Bettina

Über

Bettina Schneider (39) - ist gelernte Politikwissenschaftlerin. Hat sich aber seit dem Studium vor allem mit allen Fragen des Human Ressource (HR) befasst. Ihr Betrachtungsschwerpunkt liegt immer in der Interaktion des Menschen mit seinem Arbeitsumfeld. Was beeinflusst und motiviert ihn? Was treibt ihn an? Was macht ihn kreativ oder zufrieden. Diese Forschung ist Ihre Lebensaufgabe.


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