Burnout – Erste Symptome erkennen – Wann muss ich aufmerksam werden?

Mann, desen Kopf raucht

Wenn einem alles zu viel wird und das Gefühl aufkommt den täglichen Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein; wenn nur noch die Arbeit, das Leben und den Kopf beherrscht und Stress zur Tagesordnung wird; wenn keine Erholung mehr möglich ist – dann wird es gefährlich. Die Diagnose Burnout kann jeden treffen und manchmal erkennen die Betroffenen oft erst zu spät, dass sie erkrankt sind.

Es ist eine sich langsam einschleichende Krankheit: Das Burnout-Syndrom (oder auch: ausgebrannt sein). Wurde Burnout zu Beginn noch als normale Ermüdung belächelt, so wird sie heutzutage als das erkannt was sie wirklich ist – ein krankhafter Zustand emotionaler Erschöpfung aus der die Betroffenen kaum alleine herausfinden. Viele erkennen die Anzeichen erst, wenn es bereits zu spät ist, daher sollte jeder früh genug auf die Warnsignale seines Körpers hören.

Unentdeckt und unbehandelt – Achtsamkeit für sich selbst

Burnout bringt unterschiedliche Symptome und Beschwerden hervor, sowohl psychische als auch physische Anzeichen. Doch nicht bei jedem Betroffenen kommen zwingend alle diese Merkmale vor. Das Syndrom Burnout bleibt vor allem lange Zeit unentdeckt, wenn sich nur physische Symptome zeigen, da es dann selbst für Experten schwer ist die Ursachen für eine psychische Erkrankung herzuleiten.


Maslach Bunout – Grad des “Ausbrennens”


Die Fragen nach dem Grad von Burnout kann gemessen werden am Maslach Burnout Inventory (MBI). Dieses Messinstrument wurde 1981 von Christina Maslach und Susan E. Jackson entwickelt und ist das gängigste Messinstrument zur Erfassung des Burnout Syndroms. Das Verfahren besteht aus 25 Fragen, worin nach dem Grad der emotionalen Erschöpfung gefragt wird, der verminderten Leistungsfähigkeit, der psychischen Entfremdung und zur persönlichen Betroffenheit gefragt wird.

 

Die ersten Anzeichen von Erschöpfung und Burnout

Das Bedrohlichste am Burnout-Syndrom ist, dass sich die Krankheit schleichend in das Leben der Betroffenen einnistet und in Phasen entwickelt. Zum Teil gelangen die Betroffenen erst nach Jahren der Überarbeitung, an den Punkt der totalen Erschöpfung.Last der Welt

Symptome für eine Burnout-Diagnose können sein:

  • Körperliche und seelische Erschöpfung, die auch nach einer (langen) Erholungszeit nicht abnimmt; dazu gehören auch permanente Müdigkeit, Mattigkeit und Kraftlosigkeit
  • Körperliche Beschwerden: u.a. Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Anfälligkeit für Krankheiten/Infekte, Appetitlosigkeit, Herz- und Kreislaufprobleme, Schwindel, Verdauungsbeschwerden, Hörsturz und Tinnitus
  • Psychische Veränderungen: u.a. Gefühl der Sinnlosigkeit und des Versagens, Verzweiflung/Hilflosigkeit/Hoffnungslosigkeit, Gereiztheit, Angst, Lustlosigkeit, Resignation, Erschöpfungsdepressionen
  • Verhaltensänderungen: u.a. Rückzug von Familie, Freunden, Bekannten und Kollegen, keine Lust mehr auf Freizeitaktivtäten oder genau das Gegenteil – ungewohnte Hyperaktivität
  • Mangelndes Interesse an der Arbeit und Distanzierung: u.a. chronische Motivationslosigkeit, verringertes Bedürfnis nach Erfolg im Job, abwertende Gedanken über die Arbeit, der Wunsch in einen anderen Beruf zu wechseln
  • Reduzierte Leistungsfähigkeit: u.a. Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Selbstzweifel und Entscheidungsunfähigkeit

 

Viele Berufssparten betroffen

Besonders bedroht, an Burnout zu erkranken, sind Krankenschwestern und Altenpfleger, Sportler, Seelsorger, Lehrer und Menschen, die jahrelang ein Familienmitglied pflegen und sich dabei aufopfern.

Auch Menschen, deren Lebensmittelpunkt die Arbeit ist und die sich in erster Linie über ihre Arbeit sowie den Erfolg im Job definieren, sind gefährdet an Burnout zu erkranken. Da sie Familie und Freizeitgestaltung als nebensächlich betrachten, fehlt ihnen der Ausgleich zur Arbeitsbelastung. Dabei spielt es nur eine sekundäre Rolle, welche Karrierestufe der einzelne Betroffene erreicht hat. Der innere Druck oder Stress korreliert nicht automatisch mit den äußeren Anforderungen. Betroffen ist die Generation Y ebenso wie die Generation Golf oder die heute 50-jährigen.

 

Begünstigt durch Persönlichkeitsfaktoren

Neben der Arbeit spielen bei der Entwicklung von Burnout auch Persönlichkeitsfaktoren der Betroffenen eine große Rolle.

Die fünf häufigsten Persönlichkeitsfaktoren, die das Burnout-Syndrom begünstigen, sind:

  • Perfektionismus
  • Ehrgeiz
  • Helfersyndrom
  • Nicht „Nein“ sagen können
  • Nicht abgebauter Stress

 

Wie kann Burnout vorgebeugt werden?

Betroffene sollten die Warnsignale des Körpers sehr ernst nehmen, damit Burnout-Präventionen Erfolg haben können. Allerdings ist es nicht immer einfach, die ersten Symptome eines Burnouts zu sehen. So kann Motivationslosigkeit und eine negative Einstellung gegenüber dem Job ebenso ein erstes Anzeichen für Burnout sein, wie der Drang immer effizient und perfekt zu arbeiten zu wollen.

Mögliche Präventionsmaßnahmen, die dabei helfen können, dem Burnout vorzubeugen (keine vollständige Liste!!) und Lebensfreude verlässlich empfinden zu können:

  • Strukturierter Tagesablauf mit RuhephasenEntspannung Besinnung beim Sonnenuntergang
  • Stressquellen am Arbeitsplatz notieren und Verhaltensmuster identifizieren
  • Durch eine Umstrukturierung (z.B. Kürzere Arbeitsschichten, Sonderurlaub) im Job eine positive Arbeitseinstellung bewirken
  • Grenzen setzen und lernen „Nein“ zu sagen
  • Arbeitsatmosphäre verbessern (z.B. durch andere Beleuchtung, Büropflanzen oder Dekorationen)
  • Realistische Ziele setzen
  • Entspannungstherapie: Autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Rückenübungen, Yoga, Tai-Chi und Qi Gong werden von Experten empfohlen

 

Video: Burnout Syndrom – Welt der Wunder

Mädchen Ratgeber

Fazit: Keine persönliche Niederlage

Burnout und Erschöpfungssymptome sind keine persönliche Niederlagen oder Schwächen. Sie sollten vielmehr als Kommunikationsinstrument unseres Körpers und der Seele gewertet werden, um dem bisherigen Leben eine neue Wendung zu geben.

Weiterführende Literatur:
http://www.palverlag.de/Burnout.html
http://www.hilfe-bei-burnout.de/

 

 


David

Über

David Helmke (34) - ist (gelernter) Online-Redakteur und schreibt für das office-culture.de. Seine Themen im Beruf wie in der Freizeit sind Digitalisierung, der Fokus Mensch und Kuriositäten! Sein Lebensmittelpunkt ist Hamburg, das Internet, sein Fahrrad und seine Katze Schnief.


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